Campertour WOMOLAND Nordstrand
Campertour WOMOLAND Nordstrand

Campertour WOMOLAND Nordstrand

Da wir glücklicherweise in NRW wohnen, häufen sich bei uns gerade die verlängerten Wochenenden, und die nutzen wir natürlich gern für weiter entfernte Campertouren. Dieses Mal hat es uns an die Nordsee verschlagen, auf die Halbinsel Nordstrand in der Nähe von Husum. Die Anreise war von Staus erschwert, wir haben die Innenstadt von Hamburg durchquert, da der Elbtunnel mal wieder völlig zugestaut war. Wir hatten uns bei den Betreibern des WOMOLANDS schon rechtzeitig als Spätankommer angemeldet und durften so auch noch um 21.30 Uhr unseren Stellplatz beziehen. Die Stellplätze sind in einzelne Parzellen unterteilt, die von Hecken abgeteilt sind. Da für den Abend Gewitter und Regen angesagt waren, haben wir Tische und Stühle erst am nächsten Morgen zum Frühstück ausgeräumt.

Tag 1 – Inselrundfahrt

Am nächsten Morgen konnte das Frühstück schon wieder draußen eingenommen werden, der Regen hatte sich bis zum Nachmittag von dem recht kräftigen Wind vertreiben lassen. Nach dem Frühstück sind wir dann zu einer Inselrundfahrt aufgebrochen. Die erste Etappe verlief nicht sonderlich erfolgreich, da Komoot Wege vorgeschlagen hatte, die an einem nicht überwindbaren Zaun endeten. Eine freundliche Einheimische klärte uns dann auf, dass wir auf diesem Deichabschnitt gar nicht fahren dürften. Es gab zwar ein Tor, das wir öffnen konnten, aber man darf nur auf den Deich, wenn es neben dem Tor auch einen Fußgänger- oder Radlerdurchgang gibt – wieder was dazugelernt. Also Route neugestartet und weiter. Irgendwann haben wir auch die regulären Durchgänge erreicht und ab ging es zwischen den ganzen Schafen und Lämmern entlang des Wattenmeers. Natürlich war wieder Ebbe und das Wasser nur in weiter Ferne zu sehen. Dafür hatten wir gute Sicht auf einige Halligen und die Infotafeln haben die Besonderheiten dazu erklärt. Auf einem Teil der Strecke hatten wir ordentlich Gegenwind, der unsere Durchschnittsgeschwindigkeit ordentlich gebremst hat. Dafür haben die Abschnitte mit Rückenwind umso mehr Spaß gemacht, da man kaum treten musste. Landschaftlich war die Strecke sehr schön und bei weniger Wind wäre diese auch weniger anstrengend gewesen.

Hier könnt ihr die Tour nachfahren.

Kurz vorm Erreichen des Platzes haben wir noch beim Hofladen Baumbach angehalten. In diesem können Produkte der eigenen Schaf- und Galloway-Zucht erworben werden. Dort haben wir uns für das morgige Grillen bevorratet und ganz nebenbei landeten auch noch Hausschuhe aus Schafwolle und natürlich auch Socken in unserem Einkaufsstapel. Dort hat man das Crossselling wirklich gut verstanden. Kurz nach dem Eintreffen am Camper gab es auch schon die ersten Schauer und auch Gewitter, so dass wir das Zusammenleben auf engstem Raum üben konnten.

Tag 2 – Husum mit Zwischenstopp

Die angesagten Niederschläge waren pünktlich nach dem Aufstehen erledigt, damit konnte das Frühstück auch wieder als Outdoor-Veranstaltung stattfinden. Natürlich kamen auch die ersten Produkte aus dem gestern besuchten Hofladen auf den Tisch und fanden unsere Anerkennung. Anschließend haben wir uns auf den Weg nach Husum gemacht – heute auch ohne Regenklamotten im Gepäck und es hat funktioniert. Den ersten Zwischenstopp gab es in der KZ-Gedenkstätte Husum-Schwesing, ein für drei Monate eingerichtetes Außenlager des KZ Neuengamme. In diesen drei Monaten starben dort mindestens 300 Menschen an Unterernährung und Entkräftung. Da Fotos für Medien genehmigungspflichtig sind, werde ich dazu keine Bilder in meinem Blog zur Verfügung stellen. Weitere Informationen gibt es auf der Website der Gedenkstätte: https://kz-gedenkstaette-husum-schwesing.de

Anschließend ging es dann weiter nach Husum, dort haben wir als Abwechslung zum Fahrradfahren die Stadt zu Fuß erkundet. Dabei konnten wir feststellen: Husum hat eine sehr schöne Altstadt mit wirklich sehenswerten Gebäuden. Außerdem gibt es wirklich viele, also richtig viele Geschäfte in der Innenstadt. Natürlich sind auch viele große Ketten dort vertreten, aber auch außerordentlich viele lokale Läden kann man dort finden. Shoppingfreunde finden bestimmt einen geeigneten Ort um Geld gegen Ware zu tauschen. Nach einer Stunde war der Rundgang auch vorbei und wir haben noch ein Stärkungseis zu uns genommen. An- und Abreise vom Campingplatz dauerten jeweils eine Stunde, ohne die Verweilzeit in der Gedenkstätte.

Fahrradtour

Stadtrundgang

Der heutige Abend war regenfrei und der Grill konnte zum Einsatz kommen. Gestern waren wir ja im Hofladen Baumbach und hatten uns mit Grillgut versorgt. Dieses wurde heute zubereitet, verzehrt und für sehr gut befunden. Wenn wir es morgen hinbekommen, werden wir dort noch einmal anhalten und noch einen Vorrat für den Tiefkühlschrank zu Hause einkaufen.

Tag 3 – Hamburger Hallig

Heute war der schönste Tag hier oben an der Nordsee, der Wind hatte sich beruhigt und wenn die Sonne rauskam, dann war es sogar richtig warm. Für heute hatten wir die Hamburger Hallig auf dem Plan. Die Strecke betrug je Richtung ungefähr 25 km und da es windstill war, konnten wir auch richtig gut fahren. Der Hinweg führte uns wieder über die Deiche an der Nordsee entlang, natürlich hatten wir wieder das Vergnügen bei Ebbe unterwegs zu sein. Zwischendurch konnten wir die Sielentwässerung bestaunen, dabei fließt das Wasser hinter den Deichen durch natürliches Gefälle ins Meer. Das ganze funktioniert nur bei Ebbe, da der Rückfluss bei Flut verschlossen wird. Es war schon beeindruckend, welche Wassermassen dabei bewegt werden.

Aber weiter ging es auf dem Deich, vorbei an den überall gegenwärtigen Schafen und Lämmern, immer versucht nicht durch die Schafskacka zu fahren – ein unmögliches Unterfangen. Ganz nebenbei konnten wird die unterschiedlichen Stadien der Landgewinnung beobachten, dadurch entstehen im letzten Schritt die Salzwiesen. Nach 25 km sind wir dann auch auf der Hallig angekommen und wir mussten nicht schwimmen, da diese Hallig schon seit 1860 durch einen Damm mit dem Land verbunden wurde. Dieser Damm wurde dann durch weitere Salzwiesen ausgebaut und ist heute sogar mit dem PKW befahrbar. Dieses Vergnügen kostet dann allerdings sechs Euro pro Fahrzeug.

Das Hamburger Haus, dass auch für die Namensgebung der Hallig verantwortlich ist, wird gastronomisch bewirtschaftet. Also haben wir uns erst einmal mit einem kühlen Getränk versorgt, das frisch gezapfte Flensburger Pils war an diesem tollen Ort wirklich köstlich. Auf der Rückfahrt hatten wir dann die wohl landschaftlich abwechslungsreichste Strecke unseres Aufenthaltes. Natürlich auch wieder Deiche, Schafe und Lämmer aber auch Salzwasserlagunen, die von zahlreichen Flugtieren bevölkert wurden. Auf der Strecke gibt es auch einige Beobachtungstürme, an diesen sind wir vorbeigeradelt, für uns waren die Eindrücke während der Fahrt ausreichend. Die Tour hat wirklich Spaß gemacht und deshalb könnt ihr diese unter diesem Link gern nachfahren.

Fazit zum Womoland Nordstrand:

Tolle Landschaft und ein guter Ausgangspunkt für interessante Touren. Das Außengelände des Platzes ist wirklich gut angelegt, durch die Parzellen ist man nicht so auf dem Präsentierteller. Die Betreiber sind ganz lustig unterwegs und es gibt sogar an einigen Tagen ein gastronomisches Angebot. Allerdings sind sämtliche Räume sehr stark beduftet, dass lässt auf Probleme mit Feuchtigkeit schließen. Auch funktioniert der Ablauf in den Duschen teilweise sehr schlecht und es riecht gelegentlich nach Abwasser in den Sanitärbereichen. Auf diesem Platz haben wir auch die höchsten verbrauchsabhängigen Stromkosten bezahlt: 80 Cent pro Kilowattstunde sind bisher unser persönlicher Rekord. Aus diesen Gründen ist der Wiederholfaktor hier nicht gegeben. Beim nächsten Besuch an der Nordsee probieren wir lieber einen anderen Stellplatz aus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert