Tag 20
Heute heißt es schon wieder weiterziehen. Diese Stellplätze für nur eine Nacht sind immer etwas undankbar, weil man gefühlt ständig nur den Kofferraum aus- oder wieder einräumt. Das Ziel ist heute Alpignano in der Nähe von Turin. Auf dem Weg dorthin haben wir noch in der Hauptstadt der weißen Trüffel, Alba, angehalten. Auf unserer Stadtwanderung haben wir uns die Backsteinarchitektur angeschaut und sind immer wieder an Geschäften, bei denen es um Trüffel ging, vorbeigekommen. Wir sind eigentlich auch gar keine Trüffelfans, denn wir hatten mit Nudeln, die mit Trüffeln hergestellt waren, schon einmal die Erfahrung gemacht, dass uns der Geschmack zu intensiv war. Kulinarische Herausforderungen nehmen wir aber immer wieder gern an und deshalb durfte ein kleines Glas Trüffelcreme mit in unsere Mitbringselabteilung. Alba ist neben der Trüffelhauptstadt auch der Gründungsort von Ferrero und hat auch selbst noch einen großen Produktionsstandort dort. Beim Vorbeifahren konnten wir zumindest einen Blick auf den großen goldenen Schriftzug erhaschen und den riesigen Mitarbeiterparkplatz sehen.





Nächster Stopp war der Ort Pollentia. Wir sind natürlich wieder in der schönsten Mittagshitze dort angekommen und haben wirklich keinen einzigen Menschen dort auf der Straße gesehen. Das hatten wir so auch noch nie! Deshalb haben wir dort aber nicht angehalten. Die Besonderheit war, dass ein Teil des Ortes in einem Amphitheater errichtet wurde. Leider konnten das die Fotos nicht so gut einfangen und so habe ich die dort angebrachte Tafel fotografiert, die diese Besonderheit ganz anschaulich zeigt. Wir sind dann noch etwas weiter durch den menschenleeren Ort geschlendert und haben ein tolles Anwesen entdeckt. Nach dem Studium weitere Tafeln haben wir erfahren, dass es sich um eine private gastronomische Akademie handelt. Diese wurde von den Begründern der italienischen Slow-Food-Bewegung initialisiert und das Gebäude wurde von dem Oberhaupt des Königreiches Sardinien in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Auftrag gegeben. Wie schön, dass sich der Kreis – Essen und Sardinien – auch hier wieder schließt.







Am späten Nachmittag sind wir dann auf dem Campingplatz angekommen und haben sogar noch einen der begehrten Schattenplätze ergattert. Da wir uns nun mit ganz großen Schritten auf das Ende unseres Urlaubs zubewegen, sollte die Selbstversorgung eingestellt werden und für die letzten zwei Tage wollten wir noch einmal ausschließlich in Restaurants essen gehen. In der Nähe gab es die Osteria Bonadies, dort konnte man online reservieren und mit dem Fahrrad war die Anfahrt in 15 Minuten erledigt. Die Karte war übersichtlich und die Erwachsenen haben sich das angebotene Menü mit drei Gängen ausgesucht. Der Junior hatte sich für ein Pastagericht entschieden, dieses war von der Menge aber auf mehrere Gänge ausgelegt und dementsprechend für einen Teenager zu wenig. Aus diesem Grund folgte dann noch ein Risotto, um das „Kind“ auch wirklich satt zu bekommen. Das Essen war wirklich gut gemacht und mit 25 Euro pro Person wirklich ein faires Angebot, die Getränkepreise waren auch angemessen und die Bedienung aufmerksam und echt nett – hier eine klare Empfehlung.





Tag 21

Unser letzter voller Tag in Italien – morgen werden wir die Heimreise starten und versuchen die 1.050 km bis nach Hause in einem Stück zu meistern. Heute ging es aber erst einmal nach Turin, die viertgrößte Stadt in Italien, Verwaltungssitz der Region Piemont und auch der Geburtsort von Fiat und Lancia. Die Anreise mit dem Fahrrad war recht komfortabel über recht viele Seitenstraßen und in einigen durchquerten Orten gab es sogar richtige Fahrradwege. Diese gibt es in Turin selbst auch, die Beschilderung und Verkehrsführung ist allerdings gewöhnungsbedürftig und ganz oft sind dort auch Fußgänger unterwegs, obwohl der Fußweg nur einen Meter daneben verläuft.
Turin hat eine wirklich beeindruckende Architektur und es gibt zahlreiche Schlösser. Schließlich war die Stadt auch eine zeitlang die Hauptstadt des vereinigten Italiens. Wir haben eine gemischte Fahrrad-Stadtwanderung gemacht, um die geplanten Punkte überhaupt erreichen zu können. Als wir in einer der schmalen Straßen im Zentrum unterwegs waren, musste ein Auto eine Weile hinter uns herfahren. Der Fahrer brüllte dann irgendwann, das die Straße für Autos da wäre, wir haben es ignoriert und die Bewacher der Synagoge konnten sich das Lachen nicht verkneifen.









Unser Camper kommt ja auch aus dem Hause Fiat und deshalb durfte der Besuch im Centro Storico Fiat natürlich auch nicht fehlen. Das Museum ist recht übersichtlich und länger als eine Stunde benötigt man nicht um sich einen Überblick zu verschaffen. Dabei lernt man die Historie des Unternehmens etwas kennen und dass Fiat neben Autos auch im Bereich Marine, Flugzeugbau und sogar in der Produktion von Kühlschränken und Waschmaschinen mitgemischt hat. Weiter ging es zu verschiedenen Stationen in der Stadt, es war wirklich alles sehr sehenswert. Turin benötigt einen weiteren Besuch, um die Stadt so richtig zu erschließen.






Wieder am Campingplatz angekommen, hieß es, kurz frisch machen und dann ab in die örtliche Pizzeria, das letzte Abendessen auf italienischem Boden. Anschließend haben wir noch unsere Abreise so weit wie möglich vorbereitet, um einen zügigen Start am nächsten Morgen zu ermöglichen. Nach fast 3,5 Wochen Italien müssen wir nun wieder nach Deutschland zurück, aber nur um irgendwann wieder zum nächsten Ziel aufzubrechen.
Italien wird wohl immer wieder auf der Liste der bevorzugten Ziele stehen.