Für das lange Pfingstwochenende haben wir uns in die Niederlande verkrümelt. Die Anreise war etwas stockend, die deutschen Autobahnen waren einfach zu voll. Nachdem wir die Grenze überquert hatten, entspannte sich die Lage und wir konnten bequem zum Campingplatz Robersum fahren. Der Besitzer war gerade damit beschäftigt mit ein paar Kindern ein großes Kettcar zu reparieren, hat uns aber trotzdem mit seinen dreckigen Fingern freundlich begrüßt. Wir haben einen schönen Stellplatz zugewiesen bekommen und bezahlen sollten wir irgendwann später. Wir haben dann noch den Platz erkundet und dabei festgestellt, dass alles in verschiedene „Gärten“ unterteilt ist.

Am nächsten Tag hatten sich noch Freunde angemeldet und wir konnten Bob, den Besitzer, dazu überreden, dass diese hier auch noch unterkommen konnten. Es geht hier also nicht nur um das reine Geldverdienen, sondern auch um das Wohlbefinden der Camper. Er legt wert auf die Ruhe hier auf dem Platz und das die sanitären Anlagen nicht überlastet sind. Wir konnten ihn aber dennoch überreden und nun sind wir hier zwei Familien.
1. Fahrradtour – Het Hogeland
Wir sind ja immer gern unterwegs und gerade in den Niederlanden lässt es sich besonders gut mit dem Fahrrad fahren. An unserem ersten vollen Tag haben wir uns mit dem Fahrrad auf eine 65 km lange Tour aufgemacht. Der Weg führte über Deiche, an ganz vielen Schafen vorbei, das Wattenmeer und ein ganz kleines bisschen Nordsee hatten wir in Sichtweite. Die Strecke führte uns auch an exotischen Tieren vorbei und natürlich auch immer wieder weite Landschaft und Sicht ohne Ende. Von Shaphasterzijl nach Auduarzijl sind wir mit einer Fähre gefahren. Das war zur Zwischenrast ganz angenehm und die Fährleute waren auch ganz lustig dabei. Das Gefährt nutzt zum Rangieren den Dieselmotor und für die gemütliche Tour zum Zielort einen Elektromotor. Dadurch reist man sehr ruhig durch die Natur. Die einfache Fahrt ist mit drei Euro pro Person inklusive Fahrrad oder Haustier durchaus günstig.




Nach drei Viertel der Strecke wurde es trotz der flachen Landschaft etwas zäh und wir waren dann froh wieder auf dem Campingplatz angekommen zu sein.

Hier ist der Link zum Nachfahren.
2. Fahrradtour – Ums Lauwersmeer
Nach unserer langen Tour gestern haben wir heute eine kürzere Tour gewählt, einmal um das Lauwersmeer. Dieses ist eine ehemalige Bucht der Nordsee, die durch einen Deich von dieser abgetrennt wurde. Da das Wasser verschiedener Flüsse nicht mehr in die Nordsee abfließen konnte, veränderte sich die Natur und das Lauwersmeer wurde zu einem Nationalpark. Heute ist es neben dem Wattenmeer eines der wichtigsten Vogelgebiete Westeuropas. An vielen Wegen befinden sich Beobachtungstürme, von den die gefiederten Bewohner gut zu beobachten sind. Unser erster Haltepunkt war die Seehundeauffangstation. Diese befindet sich in einem imposanten Holzbau am Meer. Nachdem wir die Eintrittspreise gesehen hatten, konnten wir uns den Besuch für 20 Euro pro Person ganz gut verkneifen. Also ging es munter weiter, bis wir auf einmal vor einem Tor standen, das mit den Rädern nicht passierbar war. Deshalb mussten wir die Fahrräder über das Tor heben, damit es weitergehen konnte. Die Tour war 45 km lang und hier gibt es den Download zum Nachfahren.






3. Fahrradtour – Groningen
Bei der Anreise hatten wir uns bei der Durchfahrt Groningens etwas verfahren und konnten dadurch etwas mehr von der Stadt sehen als ursprünglich geplant. Dabei erhaschten wir schon so ein paar architektonische Eindrücke von der Stadt. Also mussten wir dort natürlich noch einmal hin und das haben wir mit unserer dritten Fahrradtour verbunden. Die Stadt bietet eine Mischung zwischen alter Architektur und sehr modernen Neubauten. Die Niederländer sind ja dabei sehr viel experimentierfreudiger als die Deutschen und es sieht dabei auch noch gut aus.


Auf unserer Wanderung durch die Stadt waren wir sehr beeindruckt, dass es dort sehr viele Grünanlagen und Teiche gibt. Im Zentrum gibt es auch zahlreiche Restaurants, Cafés und Kneipen, dort sollte jeder fündig werden. Weiter außerhalb davon hatten wir den Eindruck, dass die Straßenzüge in verschiedene kulinarische „Regionen“ aufgeteilt sind. In einigen Straßen gab es ausschließlich italienische Restaurants, in anderen dominierte die asiatische Küche. Besucht haben wir keins der Restaurants, bei uns gab es eine Portion Kibbelinge (paniertes und frittiertes Dorschfilet) auf die Hand. Gut gestärkt konnten wir dann wieder die Reise zum Zeltplatz antreten. Von dort ist Groningen ungefähr 30 km entfernt. Anhand seiner persönlichen Fahrgeschwindigkeit kann also jeder die Reisezeit ermitteln.






Die Routen stelle ich hier wieder zum Download bereit:
Fazit zum Campingplatz Robersum
Ein Platz der einen Besuch wirklich wert ist, da er einfach mit seiner tollen Anlage und den verschiedenen Gärten einen sehr familiären Eindruck erzeugt. Ein absolut netter Eigentümer, der immer ein offenes Ohr und Zeit für einen kleinen Plausch hat und eher um die Ruhe seiner Gäste besorgt ist, als an das schnelle Geld zu denken. Spielgeräte und Spielplätze gibt es auch, für jede Altersklasse sollte da etwas dabei sein. In der Platzgebühr sind Strom, Duschen und WLAN bereits enthalten und damit ist dieser Platz absolut günstig. Gegen Gebühr gibt es auch weiteren Service, wie Brötchenversorgung oder die Benutzung der Waschmaschine. Bei diesem Platz könnten wir glatt zu Wiederholungstätern werden.