Auf den Spuren des Königreichs Sardinen
Auf den Spuren des Königreichs Sardinen

Auf den Spuren des Königreichs Sardinen

Tag 9

Unsere Zeit in Santa Maria Navarese ist nun vorbei und wir wechseln heute auf die Insel Sant‘ Antioco im Südwesten von Sardinien. Da eine Reservierung auf dem geplanten Campingplatz „Le Saline“ nicht möglich war, haben wir uns frühzeitig auf den Weg gemacht, um wirklich auch noch einen Stellplatz zu bekommen. Die E-Mail, die wir auf unsere Reservierungsanfrage bekamen, besagte, dass der Platz groß genug sei und es sicher einen Platz für uns geben wird. Also, auf den Weg war ein wenig Spannung schon dabei, ob es wirklich reibungslos klappen wird. Die Anreise dauerte ungefähr vier Stunden, eine halbe Stunde davon haben wir aber beim Auffüllen der Vorräte in einem auf dem Weg liegenden Supermarkt verbraucht. Am Campingplatz angekommen, hieß es einmal tief Durchatmen und los. Der freundliche Mann am Empfang sprach sehr gut Englisch und auf unsere Frage nach einem Stellplatz mit ausreichend Platz für den Camper und ein kleines Zelt, kam wie aus der Pistole geschossen: „Yes, sure“. Unsere Anspannung viel spontan ab und nach der Anmeldeprozedur düste er mit seinem Golfcar vor uns her, um den optimalen Platz für uns zu finden. Größe passte, einen Baum für etwas Schatten gab es auch. Unkomplizierte und wirklich freundliche Abwicklung – das hat wirklich super funktioniert. Kulinarisch geht es ja an den Reisetagen immer etwas einfacher zu, Antipasti aus lokalen Spezialitäten gehen bei uns aber immer und da der Gatte morgen Geburtstag hat und dazu auch noch einen besonderen Wunsch, kann die Küche auch mal etwas einfacher gestaltet sein.

Tag 10

Heute, am Geburtstagstag, sind wir wieder etwas früher aufgestanden. Der Gatte hatte sich einen Ausflug auf die Nachbarinsel San Pietro gewünscht und wir wollten eine frühe Fähre nehmen, um den Tag dort gut auszunutzen. Das Frühstück gab es auf der Fähre und gleich nach der Ankunft einen Espresso mit Blick auf das Mittelmeer. Ich frage mit immer wieder, wie es die italienischen Gastronomen schaffen, dieses leckere Gebräu für 1,50 Euro anzubieten oder wie kommen die deutschen Kollegen auf die Idee das dreifache des Preises zu verlangen?

Anschließend sind wir zu einer Inselrundtour mit dem Fahrrad aufgebrochen, auch dies war ein Grund für die frühe Anreise, um einen Teil der anstehenden Steigungen noch vor der großen Hitze zu fahren. Auf dem Weg zum ersten Ziel haben wir dann gleich noch einen Abstecher zu einer ehemaligen Thunfischverarbeitungsfabrik gemacht, bei einem Teil der Anlage hatte die Natur schon mit der Rückeroberung begonnen, an einem anderen Teil wurde gerade noch aufgeräumt. Danach wollten wir dann zum Leuchtturm vom Capo Sandalo fahren, haben aber ein paar Kilometer Steigung eingespart und uns diesen aus etwas Entfernung angesehen.

Anschließend haben wir die Klippen vom Punta delle Oche angefahren, die wir dann auch wirklich erreicht haben. Vor Ort gab es auch eine industrielle Anlage, es könnte früher mal eine Art Wasserkraftwerk gewesen sein. Dort gab es noch einige Relikte, die darauf hingewiesen haben. Unter anderem auch ein künstlich angelegtes Bassin, dort konnten wir Schildkröten und verschiedene Goldfische beobachten. Die Klippen sind auch absolut sehenswert, wenn man seine Höhenangst im Griff hat.

Das nächste Ziel war der Strand La Caletta – der Weg dorthin wurde bei Komoot als befahrbar beschrieben, vielleicht mit einem Quad oder einem Superdownhill-Fahrrad. Wir haben einen sehr großen Teil der Strecke geschoben und auch etwas geflucht. Die mitgebrachten 4,5 Liter Flüssigkeitsvorräte gingen auch so langsam zur Neige und wir mussten immer noch schieben und dementsprechend war die Motivation irgendwo auf dem Weg verloren gegangen. Irgendwann wurde der Weg dann wieder befahrbar und wir konnten die letzten Meter weiter fahren. Am Parkplatz für den Strand gab es erwartungsgemäß eine kleine Bar, bei der wir erst einmal nachtanken konnten. Anschließend ging es dann noch fix zum Strand – einmal abtauchen bitte. Die Erfrischung tat gut, Wasser für den Rest der Etappe wurde nachgeladen, weiter in Richtung Ausgangsort Carloforte.

Glücklicherweise ging es größtenteils bergab, dass war gut für die Motivation und den Akku meines Fahrrades, der bei den Aufstiegen einiges an Kapazität verloren hatte. Im Ort haben wir uns erst einmal um einen Tisch für das geplante Abendessen auf der Insel gekümmert und konnten auch noch einen ergattern. Anschließend haben uns an der Uferpromenade bei dem einen oder anderen Getränk ausgeruht und aufgefrischt. Bei einem kurzen Stadtbummel haben wir natürlich noch einen Laden mit lokalen Spezialitäten gefunden und waren dort noch Inselwein kaufen. Gottseidank gab es keine Preise an den Flaschen und so kam der Schock erst beim Bezahlen.

Nun war es endlich Zeit zum Abendessen, das Restaurant war auf Tunfisch spezialisiert, für den ja auch die ganze Insel berühmt ist. Wir haben uns für das vorgeschlagene Menü entschieden und haben dabei ganz viele Variationen von Thunfisch kennengelernt. Jeder Gang wurde mit dem dazu passenden Wein begleitet und das ganze Essen war ein Fest für den Gaumen.

Am Ende des Tages hatten wir dann 44,2 km mit dem Fahrrad absolviert, dabei 610 Höhenmeter überwunden und ganz viele neue Eindrücke gewonnen und wieder einmal das Mittelmeer mit einer Fähre überquert. Die Tour stelle ich hier gern zum Anschauen bereit, rate aber vom Nachfahren ohne das entsprechende Gerät ernsthaft ab.

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