Auf den Spuren des Königreichs Sardinen
Auf den Spuren des Königreichs Sardinen

Auf den Spuren des Königreichs Sardinen

Tag 1

Da wir uns kurz vor dem Urlaub noch eine sommerliche Erkältung zugezogen und in der ganzen Familie gleichmäßig verteilt haben, wollen wir die ersten Tage etwas kürzer treten um uns neben unseren Erkundungen auch noch auskurieren zu können. Deshalb haben wir heute nur eine kurze Tour in den Nachbarort Lesa unternommen. Unterwegs wollten wir auch noch einen Aussichtspunkt erklimmen, dass haben wir aber wegen der vielen Treppenstufen weggelassen. Auf dem Weg dorthin haben wir aber eine alte Villenkomplex gefunden, der einmal zum Königreich Sardinen-Turin gehörte. Dieses Königreich wurde zwar nie so genannt, passt aber ganz gut zu unserem Plan für dieses Jahr. Nach diesem kurzen Exkurs ging es dann immer an der Uferstraße entlang bis nach Lesa. Dabei fährt man automatisch an ganz vielen weiteren Villen vorbei die einen ganz unterschiedlichen Zustand haben, von komplett saniert bis total verfallen, ist alles dabei.

Lesa selbst ist sehr touristisch geprägt an der Uferpromenade reiht sich ein großes Hotel neben dem anderen. Wir haben uns dann ins Stadtinnere aufgemacht und waren überrascht eine kleine und sehr schöne Innenstadt aufzufinden. Kleine verwinkelte Straßen und diverse Plätze, genauso mögen wir es. Nach der Tour hatten wir Appetit auf ein Eis, bei den Google-Bewertungen spielten zwei Eisdielen und der gleichen Liga mit. Also wurde beschlossen, dass es bei Beiden jeweils eine Kugel geben soll. Die erste Eisausgabestelle hieß K2 und beeindruckte mit dem Arrangement der Eismasse in der Waffel. Die Eisausgabefachangestellte zauberte mit geübten Griffen und in Windeseile eine Blüte in die Waffel. Das sah sehr gut aus und schmeckte auch wirklich lecker. Also auf zur nächsten Station, AGRIGELATERIA. Hier war zwar die Auswahl größer, aber das Eis wurde einfach in die Waffel oder den Becher geschaufelt. Das Eis war auch sehr lecker aber da das Auge bekanntlich mitisst, hat K2 klar gewonnen. Der Rückweg war leider wieder die gleich Strecke, dies war aber ausschließlich dem Kompromiss der Schonung der Gesundheit geschuldet.

Gestern wurden wir beim Versuch das campingplatzeigene Restaurant zu besuchen abgewiesen und dies wurde heute nachgeholt. Wir hatten ja reserviert und bekamen auch blitzschnell einen Tisch zugewiesen. Wir hatten uns im Vorfeld auf Pizza geeignet und dementsprechend flüssig lief dann auch die Bestellung. Innerhalb von sieben Minuten bekamen wir das Essen auch geliefert und damit zwei Minuten vor den Getränken. Die Pizzen selber waren nicht so die Offenbarung, Dosenchampignons und alles lieblos drauf geklatscht. Das erklärte natürlich die geringe Wartezeit, spiegelte sich aber auch im durchschnittlichen Geschmack wieder. Mit Espresso waren wir weniger als eine Stunde im Restaurant und haben dann die 62 Euro ohne Trinkgeld bezahlt, da die Leistung einfach nicht passte. Das Restaurant bekommt von uns keine Empfehlung.

Tag 2

Es kommt ja mit gewisser Regelmäßigkeit in unseren Urlauben vor, dass unser Junior seinen Geburtstag im Ausland feiern darf. Heute war es wieder so weit, also haben wir es ruhiger angehen lassen: spätes Aufstehen, dementsprechend später Start in den Tag. Er hatte sich einen Besuch in einem Museum gewünscht und dieses haben wir in der Lombardei, in Sesto Calende, gefunden. Nur eine Stunde mit dem Fahrrad entfernt, eigentlich keine große Sache. Unterwegs haben wir festgestellt, dass der Reifendruck beim Fahrrad des Gatten etwas sehr niedrig war, wir sind für solche Fälle eigentlich immer gut gerüstet, aber genau heute lagen diese Utensilien warm und trocken im Camper. Glücklicherweise bemerkten wir das Malheur in der Nähe eines Baumarktes und die Shoppingtour konnte beginnen. Luftpumpe und Pannenspray konnten wir mit Hilfe des Translators finden und schon wähnten wir uns auf der Siegerseite. Pustekuchen, die Hightech-Ventile wollte die Pumpe nicht bedienen und der Reifen hatte wohl auch keinen Schaden. Gottseidank gibt es mobiles Internet und es wurde ein Decathlon-Geschäft auf Weg zum Museum gefunden. Der Mitarbeiter dort meinte zwar uns nicht helfen zu können, aber „Jugend forscht“ war neugierig und diese CO2-Pumpen sahen wirklich sehr universell passend aus. 15,99 Euro investiert und probiert: Siehe da, der Schlauch füllte sich und die Tour konnte weitergehen. Wir mussten dann nur noch die Landesgrenze zur Lombardei überqueren, die Brücke war schon abenteuerlich, hat uns aber noch ausgehalten. Das Museum war dann sehr übersichtlich, eine halbe Stunde hat gereicht. Da wir auf dem Rückweg keine weiteren Showeinlagen nötig hatten, schafften wir die Strecke auch innerhalb der geplanten Stunde. Natürlich haben wir daraus gelernt und das Fahrradequipment wird nicht mehr so stiefmütterlich behandelt und darf auf solchen Touren gern mitfahren.

Das geplante Geburtstagsgrillen haben wir dann auch noch durchgezogen, allerdings musste das letzte Grillgut dann mit der Stirnlampe beleuchtet werden, um keine Kohle zu erzeugen. Das machte aber nichts, denn schließlich ist Urlaub und da kommt es auf die Minute nicht an.

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