Auf den Spuren des Königreichs Sardinen
Auf den Spuren des Königreichs Sardinen

Auf den Spuren des Königreichs Sardinen

Eine Stunde beim Goldschmied Mario von Sa Naccara

Ich hatte über diesen Besuch ja auch schon kurz während unserer Reise berichtet. In der Zwischenzeit habe ich die Videos, die wir dabei drehen durften, bearbeitet. Es hat etwas länger gedauert, da ich mir erst eine neue Software beibringen musste, damit sich das entstandene 10-Minuten-Video auch vernünftig präsentiert.

Den Kontakt zu Mario hatte uns Milena von Bynostravel vermittelt, die wir nach einem Experten für die sardische Filigrantechnik gefragt hatten. So kamen wir in direkten Kontakt zuerst per E-Mail und WhatApp und später dann auch persönlich.

Mario und seine Frau, Marirosa, haben die Werkstatt 1996 in Baunei eröffnet, 2000 folgte dann der Showroom im Nachbarort Santa Maria Navarese. Wir waren zuerst in der Werkstatt in Baunei, wo wir in das Geheimnis der Filigranarbeiten eingeweiht wurden. In dem Film kann man die einzelnen Arbeitsschritte vom Einschmelzen des Silbers, über das Ziehen des Drahtes bis zum verdrillten Draht, der das Ausgangsmaterial für die filigranen Einlagen darstellt, sehen. Am Ende hat Mario dann auch noch seinen Tresor aufgemacht, um uns einige Bespiele seiner Arbeit zu zeigen. Neben der klassischen Filigrankunst hat er zusammen mit zwei Kollegen Sardiniens auch eine Technik entwickelt, bei der keine Hitze benötigt wird. Dabei werden kleine Knäule aus den entsprechenden Metallen „einfach“ miteinander verhakt, bis die gewünschte Form hergestellt ist. Wir haben dies auch probiert, aber sind auf Grund fehlender Feinmotorik nicht sehr weit gekommen.

Beim Stöbern in der Werkstatt haben wir dann auch noch die „Ziegen“ entdeckt. Aus unserem ersten Urlaub auf Sardinien wussten wir schon, dass die Ziege in Baunei eine lange Tradition hat, schließlich gibt es dort auch die weltbeste Eisdiele, die das Eis aus der Milch von umliegenden Ziegenbauern herstellt. Die Armbänder haben uns so gut gefallen, dass wir die einfach mitnehmen mussten, natürlich gegen entsprechende Bezahlung.

Mario kann ja nicht den ganzen Tag neugierigen Touristen seine Werkstatt zeigen, so haben wir uns nach der geplanten Stunde verabschiedet und uns zur Mittagszeit noch auf ein Bierchen mit ihm einladen lassen.

Insgesamt eine sehr beeindruckende Stunde, bei der wir Einiges über die Schmuckherstellung erfahren konnten. Verständigt haben wir uns mit allen möglichen Sprachen, Mario kann einige deutsche Wörter und wir einige italienische. Wenn es gar nicht mehr weiter ging, musste eben der Google-Translator weiterhelfen. So sind wir ganz gut über die Runden gekommen und haben uns vorgenommen, unsere Italienischkenntnisse erheblich zu erweitern.

Falls ihr nun Interesse an sardischem Schmuck bekommen habt, könnt ihr gern schreiben entweder direkt an Mario unter info@sanaccara.it oder an mich und ich leite das dann gern weiter.

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