Tag 16


Bei fast allen Besuchen auf Sardinien haben wir uns ein Boot gemietet und einen Tag auf dem Wasser verbracht. Heute war es also soweit. Das Boot haben wir gestern vorbestellt und wollten eigentlich erst morgen fahren. Leider gab es keine freien Boote mehr und nun mussten wir doch an einem Sonntag in See stechen. Entsprechend voll war es dann an den jeweiligen Stränden auch, da natürlich nicht nur Touristen, sondern auch einheimische Freizeitkapitäne unterwegs waren. Ruhige Ankerplätze waren rar und wenn man mal einen Platz gefunden hatte, bei dem es noch etwas luftiger war, hat es meist nicht sehr lange gedauert, bis auch andere Bootfahrer dazukamen und die Bucht dann ganz schnell auch voll war.

Den Spiaggia Rosa (rosa Strand) haben wir nur aus der Ferne besichtigt, denn dort ist mittlerweile Betreten verboten. In dem Sand dort befinden sich winzige Bruchstücken von Korallen, Muscheln und Schalen von Mikroorganismen und verleihen diesem seine besondere Farbe. Als der Strand noch frei zugänglich war, haben Touristen den Sand sehr gern mitgenommen. Dieser Schwund wurde irgendwann einfach zu viel und deshalb ist die Bucht mit dem Strand für Boote gesperrt und es gibt sogar einen Wächter, der den Strand gegen Besucher verteidigt, die auf dem Landweg dorthin gelangen wollen. Aus der Entfernung sah der Strand gar nicht so rosa aus, das lag vielleicht auch am Licht oder der Entfernung oder eben beiden Faktoren.

Die unbewohnte Granitinsel Spargi hat zwar viel schöne Buchten – wie gesagt, es war einfach zu voll. Auch bei Santo Stefano sind wir noch einmal vorbeigefahren, neben dem Gefängnis gab oder gibt es zumindest noch die Gebäude einer Ferienanlage mit 300 Zimmern, das sah aber nicht wirklich bewirtschaftet aus.



Wir haben natürlich keinen Bootsführerschein, den benötigt man ja in Italien für Boote bis 40 PS auch nicht. Genau diese Boote kann man zumindest auf Sardinien fast an jeder Marina mieten. Wir haben festgestellt, dass die Preise regional schwanken. Auf La Maddalena muss man schon etwas tiefer in die Urlaubskasse greifen, um das Gefährt von 9-18 Uhr zu mieten. Konkret waren es hier 300 Euro und das Benzin noch einmal extra. Es lohnt sich auf jeden Fall, da man nur auf dem Wasserweg zu diesen Plätzen kommen kann.



Abends waren wir dann noch in einem Restaurant direkt neben dem Campingplatz. Das Ambiente war schon sehr gehoben, wir hatten uns, als ob wir das geahnt hätten, etwas netter zurechtgemacht und das rustikale Camperoutfit auf dem Platz gelassen. Die Karte war nicht zu groß, die Pastagerichte fingen ab 20 Euro aufwärts an, also dem Niveau der Einrichtung absolut angemessen.




Wir hatten ein wirklich gut gemachtes Carpaccio vom Rind, Malloredus (eine typisch sardische Nudelsorte) mit Lamm, Lados (hausgemachte Nudeln) mit Weißweinsoße und Nudeln mit Thunfisch. Natürlich nicht alles auf einmal, sondern auf uns drei verteilt. Das Essen war lecker, die Teller leer, die Kellner absolut aufmerksam, zum Kassieren kam der Inhaber persönlich und verabschiedete uns persönlich per Handschlag. Bezahlt haben wir mit Getränken dann knapp 130 Euro, nicht günstig aber angemessen.
Tag 17



Nach dem wir gestern die Inseln von der Seeseite erkundet haben, ist heute die Landseite dran. La Maddalena ist über eine Brücke mit der Nachbarinsel Caprera verbunden. Der Name der Insel stammt von den dort lebenden Wildziegen. Wir haben auf unserer Fahrradtour auch gelegentlich Kontakt mit den Kollegen gehabt, meist hat man diese eher gerochen oder gehört als gesehen. Unterwegs konnten wir tolle Landschaften, Buchten und natürlich auch einige Nachbarinseln bestaunen. Die Berge sind denen auf Sardinien zwar ähnlich, aber auch doch anders. Der Nationalheld Garibaldi, der ja Italien vereint hat, hat seinen Lebensabend auf der Insel verbracht. Schließlich hatte er irgendwann mehr als die Hälfte der Insel gekauft. Auf seinem Landsitz wurde nach seinem Tod ein Museum errichtet, das wie ganz viele andere Museen am Montag geschlossen hat. Da wir unseren Camper auf den Namen Garibaldi getauft haben, mussten wir natürlich trotzdem dort vorbeifahren. Aus etwas Entfernung haben wir die Drohne aufsteigen lassen, um zumindest ein paar Bilder aus der Luft zu schießen.




Das La-Maddalena-Archipel hatte früher eine große militärische Bedeutung und so haben wir auf unserer Tour immer wieder die entsprechenden Anlagen gesehen oder sind direkt durch diese durchgefahren – es gibt ausreichend davon. Zum Baden ist Caprera kein Geheimtipp mehr: Entweder sind die Strände touristisch erschlossen und bewirtschaftet oder jeder freie Platz in Wassernähe wird gnadenlos zugeparkt, um nicht zu weit zum Wasser laufen zu müssen. Eine kurze Abkühlung haben wir uns auch gegönnt, lange Zeit zum Strandbaden hatten wir eh nicht, da wir ja auch noch die Hauptinsel La Maddalena erkunden wollten.





Hier haben wir mit einer Art Stadtrundgang mit Motivationseis angefangen. Der Ort ist nicht sonderlich groß und dementsprechend schnell ist man auch damit fertig. Anschließend haben wir eine kleine Kapelle auf einem Felsen direkt an der Küste angesteuert. Er waren noch einige Leute auf dem Weg dorthin unterwegs, aber alle außer uns haben den Weg nur zum Erreichen des daneben gelegenen Strandes benutzt. Das war auch gut so, denn die Kapelle ist wirklich winzig und hat auch außen nur ganz wenig Platz, so dass wir dort unsere Ruhe hatten. Weiter ging es über La Maddalena mit Steigungen und Abfahrten, auch wieder ganz vielen tollen Aussichtspunkten.










Die Tour, besonders auf Caprera, war anstrengend und an einigen Stellen mussten wir auch schieben. Wir haben aber viele tolle Eindrücke mitgenommen und deshalb möchte ich die Tour trotz der schwierigen Passagen teilen. Wenn ihr die Runde nachfahren möchtet, dann geht bitte davon aus, dass ihr nicht an allen Stellen fahren könnt. Wir hatten am Ende der Tour 47,6 km und 610 Höhenmeter bei eine Temperatur von ca. 36° hinter uns gebracht – Sport frei!