Bergamo
Gestern sind wir ja vom Iseo-See nach Bergamo umgezogen, das ganze im strömenden Regen, der sich dann auf dem Stellplatz in einen Wolkenbruch auflöste. Gegen 17 Uhr waren die Niederschläge vorbei und wir haben noch eine kurze Radtour in die Berge gemacht. Durch die aufsteigende Feuchtigkeit war die Sicht aber auf dem Zielpunkt sehr eingeschränkt und spektakuläre Fotos auf die Oberstadt Bergamos waren uns nicht gegönnt. Wir wollten aber nach dem Rumsitzen und Warten einfach noch etwas Bewegung haben.


Dafür begrüßte uns der kommende Morgen mit strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel, als ob der letzte Tag nie stattgefunden hätte. Vielleicht ist es auch unser Schicksal, dass unser erster Tag in Bergamo von schlechtem Wetter überschattet sein muss, denn letztes Jahr hatten wir eine ganz ähnliche Situation. (Link)

Heute haben wir uns dann bei schönstem Wetter noch einmal auf den Weg in die Città Alta gemacht, die wir letztes Jahr im Dezember schon bei Nieselregen ansatzweise erkundet hatten. Der Aufstieg war nach der Exkursion auf der Monte Isola natürlich nicht so prickelnd, da wieder die gleichen verkaterten Muskelgruppen gefordert wurden. Es gibt auch die Möglichkeit, mit dem Bus oder der Seilbahn nach oben zu kommen, aber bei uns hat Urlaub auch immer etwas mit Aktivität zu tun und so haben wir den Aufstieg bewältigt, auch wenn ich manchmal einfach keinen Bock mehr auf bergauf hatte.



Ist man erst einmal angekommen, entschädigen kleine Gassen, diverse Kirchen, Geschäfte, Piazzas und tolle Ausblicke für die Strapazen. Dort oben gibt es auch diverse Museen, aber wir waren mal wieder zu deren mittäglichen Schließzeiten unterwegs. Für einen ausgedehnten Stadtbummel sollte man sich über diese Zeiten vorsorglich informieren.












Wir waren mit Auf- und Abstieg gut vier Stunden unterwegs, den genauen Routenverlauf zum Nachmachen, findet ihr hier. https://www.komoot.com/de-de/tour/2650962106?ref=wtd
Für unseren letzten Abend in der Lombardei haben wir uns noch ein kleines Restaurant in der Nähe des Stellplatzes ausgesucht. Nach nur 10 Minuten Fußweg hatten wir das „A Tavola da Patrizia“ erreicht und wurden von der Chefin persönlich begrüßt und platziert. Es gibt zwar eine englischsprachige Karte, aber Patrizia ist noch die Generation, die ausschließlich Italienisch spricht. Mit unseren rudimentären Kenntnissen der italienischen Sprache, ihrer Geduld und Freundlichkeit und dem gemeinsamen Willen zur Verständigung konnten wir miteinander kommunizieren und unsere Bestellung aufgeben. Wir hatten mit Ziegenkäse gefüllte Zucchiniblüten und frittierten Brie mit Schinken als Vorspeise; Thunfisch, Lamm und schwarze Spaghetti als Hauptgerichte. Die Speisen waren alle sehr lecker, Thunfisch und Lamm waren absolut auf den Punkt gegart. Die Spaghetti mit Tintenfischtinte und Garnelen hat der Junior verputzt, den Garpunkt habe ich dort nicht getestet, aber zumindest hatte er sehr schwarze Lippen. Bei den Getränken sollte man bei Patrizia vorsichtig sein: Das große Bier kommt in einer Flasche daher, die von Form und Füllmenge eher an Prosecco erinnert, dementsprechend bekommt man 0,75 Liter Bier serviert. Beim Wein ist sie auch sehr großzügig und schenkt eher etwas mehr ein. Wir wollten auch noch einen Kräuterschnaps probieren und bekamen dann den Rest der Flasche eingeschenkt, zum Glück gibt es dort keine Gläser mit Eichstrich. Für den gelungenen Abend haben wir mal wieder 100 Euro bezahlt und fanden dies wirklich fair.




